Unser Projektstart führte uns direkt auf eine gemeinsamen Reise.

Wir haben in den drei Tagen zweimal die Ausstellung „Nullpunkt. Niuewe German Gestaltung“ besucht.
Den ersten Tag haben wir uns frei und ungezielt durch die Räume treiben lassen und die Atmosphäre des Ortes und der Collage der Arbeiten zu erfassen.
Nach dem ersten Besuch waren wir geschlossen unschlüssig, ob unsere Erwartungen hier tatsächlich angesprochen und erfüllt werden kann, die Erkenntnis über einen Stand von zeitgenössisch konzeptionellem Design zu orten.
Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns für eine Führung entschlossen und hatten durchaus das Gefühl, zu einem besseren Verständnis der gesamten Konstellation dieser Ausstellung in diesem Museum vorgedrungen zu sein. – Führungen lohnen sich! Danke!

Im Anschluß hatten wir noch das Glück einen ehemaligen Lehrer von Miriam im Foyer zu treffen, der uns kurzerhand mit dem Museumsdirektor Jan Hoet bekannt gemacht hat. Danke dafür!
Auszug aus dem Gespräch:
Jan Hoet: „Heute geht es in der Gesellschaft über Produktion und nicht über Kreativität. Und deswegen ist die Ausstellung da. – Es ist ein Anlass um zu sagen: Bitteschön, last das Wort an den Designer.
Das Problem ist, dass die Industrie sich auf Marktuntersuchung gründet – was wollen die Leute? Wir machen was die Leute wollen. Anstatt die Rolle zu übernehmen – ein Publikum zu sensibilisieren – für etwas. –das tun die nicht. – das ist natürlich mehr Arbeit.
Sensibilisierung fragt mehr Arbeit als Marktuntersuchung. – Das ist das Problem.“
nun, die Arbeit wollen wir gerne in Kauf nehmen wenn sie solche Früchte tragen kann.
Jan Hoet: „Ja und Kunst und Leben steht sehr nah zueinander. Und die Alltäglichkeit – ein Tisch – ah Roland – ein Tisch ein Stuhl – das sind Dinge mit denen wir – nicht vergessen – in der ganzen westlichen Welt, ist der Tisch das Instrument um in einen Dialog mit anderen Menschen zutreten – in der Bibel steht es schon – in Arabien ist es nicht so – da ist es ein Teppich – das sind z.B. schon kulturelle Unterschiede – der Tisch ist so wichtig – jeder Künstler der eine Zeichnung macht, braucht einen Tisch oder schreiben, essen, Dialog, Gespräch – können sie sich vorstellen, wir sprechen ohne diesen Tisch hier?“
Wir bedanken uns für das ausgiebiege Gespräch und wollen entdeckte Fragen und Meinungen gerne weiterdiskutieren mit weiteren Kulturgestalten…
pdf – MARTa+Bielefeld – Impressionen der Reise
Auf der Rückfahrt haben wir noch schnell einen Abstecher in die Kunsthalle Bielefeld gemacht.
Dem Design sollte doch noch etwas Kunst entgegen gesetzt werden.
„1968 Die Große Unschuld“ – Eine Collage internationaler künstlerischer Arbeiten, die intensiv mit alttraditionellen gesellschaftlichen Normen abrechnet.
Besonders in Bann gezogen hat uns die Raumlichtinstallation von Douglas Wheeler…

… dieser unwirkliche Raum hat uns komplett in sich aufgesaugt und verzaubert. Diese „Skulptur“ hat uns wirklich ganz umschlossen und unsere Wahrnehmung von Raum und Licht intensiv herausgefordert.
Der Abstecher nach Bielefeld hat sich gelohnt – Danke!