oswald schwemmer

Oktober 11, 2009 von diekulturgestalten

„Unsere kulturelle oder individuelle Identität wurzelt in einem geordneten Gefüge von Ausdrucks- und Wahrnehmungs-, von Denk- und Handlungsformen, von Formen des Fühlens und Wollens, die uns als Muster in unserem Leben eine Orientierung bieten.

[...]

Unsere persönliche und unsere kulturelle Identität sind nicht zu trennen, aber sie sind nicht dasselbe. Durchtränkt von und verwurzelt in den kulturellen Symbolwelten, wird uns die Arbeit an der Selbstgestaltung nicht erspart.“

fabian 1. juli

Juli 1, 2009 von diekulturgestalten

Manoman,

jetzt haben wir schon so lange nichts mehr auf dem blog veröffentlicht, daß man vermuten möchte, dieses medium sei für unsere zwecke nicht das richtige gewesen… aber langsam.

Als Gedächnis des Projektes hat es schonmal seinen Zweck erfüllt – ich habe gerade meine eigenen Gedanken und formulierten Ziele der ersten Wochen gelesen und stelle fest, daß ich nach einer interessanten Reise tatsächlich zu dem gekommen bin was mich von Beginn an bewegt und motiviert hat.

Die Suche nach einer Beschreibung für das Phänomen „Kultur“ ist nicht präziese zu einem leuchtenden Leitsatz gelangt – zum Glück! – es hat sich aber ein eigener Geschmack um den Begriff entwickelt, der sich aus verschiedenen Gesprächen und Funden von Textfragmenten zu einer „Gestalt“ herausgebildet hat.

Die Gestalt besteht aus einer Beziehungsstruktur von Natur – Kultur/Zivilisation – Alltag – Natur – Kultur/Zivilisation – … einem Kreislauf, in dem sich Impulse der einzelnen Teile in die anderen Bereiche ausbreiten, sie verändern und „Echos“ oder weitere Impulse auslösen.

Das klingt alles furchtbar verstrickt chaotisch und groß – ist es auch – bloß furchtbar ist es nicht – sondern irgendwie beruhigend, daß nicht alles so alleine für sich steht – es gibt etliche Verbindungen und Beziehungen all dieser Teile und durch die Interaktion einzelner Fragmente des Beziehungsgeflechts, der gesamten „Weltgestalt“ wenn man so will, entstehen immer wieder unterschiedlichste „Kulturgestalten“ für kurze Augenblicke oder für ein paar Augenblicke länger.

Aber noch langsamer…

In den letzten Wochen haben wir uns immer mehr auf eine Ausstellungssituation konzentriert.

Unsere Semesterprojekte laufen in der Regel eh auf diese kurzen fünf Minuten am Ende des Semesters hin, in denen dann die ganze Arbeit – die Idee, der Weg, der Zweifel, die Entscheidung, das Ergebnis und die Aussicht mündet. Wenn wir Glück haben mit unserem Präsentationstermin (nach 11uhr und nicht vor Mitte der Präsentationswoche) und ein wenig Werbung nicht vergessen haben, erfahren wir meist das Glück, unsere Ergebnisse auch noch fünf bis zehn Menschen präsentieren zu können, die nicht eh schon das ganze Semester neben uns gesessen haben.

Darum haben wir uns direkt auf die Sommeraustellung der Hochschule konzentriert und mit dieser Situation kalkuliert. Eine Ausstellungssituation, in der mit aufnahmebereiten Besuchern zu rechnen ist. Überwiegend Eltern und Freunde der Studierenden, Lehrenden und Hochschulmitarbeiter; mittelwiegend interessiertes Publikum aus der Stadt und dem näheren Umfeld; unterwiegend Sponsoren, Fachpublikum und Besucher anderer Hochschulen.

und da kommt auch schon der nächste Anruf – Transporter ausladen in unserem Ausstellungsraum – ich werde das hier bei nächster Gelegenheit weiterführen – Gruß, fabian

Umberto Eco

Juni 24, 2009 von diekulturgestalten

Umberto Eco im Gespräch mit Branca Le Comte Bogavac: „Der Roman und das Wissen“. In: Lettre Inetrnational 84, Berlin 2009

lettre 84Ich glaube also, dass der Mensch von Kultur und der Künstler sich, jeder auf seine Weise, in einer Welt bewegen, indem sie sich verschiedene „Rahmen“ vorstellen, die geeignet sind, die Dinge auf andere Weisen zu erklären. Sie halten plötzlich vor etwas inne, das für jemand anderes belanglos ist und denken, dass diese Sache in Bezug auf einen neuen Rahmen erheblich werden könnte.

Interview mit Aram Bartholl

Juni 10, 2009 von diekulturgestalten

candle (C) by Aram Bartholl

Am Donnerstag, den 4.6.2009  bin ich nach Berlin gefahren und habe dort mit Aram Bartholl ein Interview geführt.

Aram Bartholl ist freischaffender Künstler im Bereich Medienkunst, er lebt und arbeitet in Berlin.

Er hat auch (natürlich) eine Homepage und einen gut geführten Blog: www.datenform.de

Hier könnt ihr euch das Interview als PDF runterladen:

Interview Aram Bartholl

Viel Spass,

Philipp von den Kulturgestalten

Ausflug nach Eindhoven

Juni 10, 2009 von diekulturgestalten
lebendiges Design

lebendiges Design

Am Dienstag, den 19.5. 2009 bin ich für 4 Tage nach Eindhoven gefahren um die dort ansässige Design Academy zu besuchen. Am Mittwoch war dort Tag der offenen Tür & Präsentation der Diplomarbeiten. Außerdem habe ich mir das noch recht neue Designhuis angesehen- ein sehr, sehr interessantes Design Museum.

Bericht_Eindhoven

Ihr könnt euch den gesamten Bericht als PDF runterladen- viel Spaß.

Philipp von den Kulturgestalten

Constantin von Barloewen

Mai 14, 2009 von diekulturgestalten

von Barloewen, Constantin: „Arena oder Agora – Fortschritt und menschliche Würde in der Pluralität der Kulturen“. In: LETTRE 81, Berlin 2008, S.110-111

[…] Jede Kultur liefert viele verschiedene Antworten auf im Grunde gleiche anthropologische Fragen. Es gibt folglich Kristallisationspunkte, die alle Kulturen durchdringen. Im Visier stehen die existenziellen Parameter. Menschliche Würde und Fortschritt sind solche anthropologische Konstanten.

pdf – „Arena oder Agora“ – Zitatensammlung aus dem Artikel

Peter Sellers

Mai 14, 2009 von diekulturgestalten

Sellars, Peter: „Kultur der Demokratie“. In: LETTRE 66, Berlin 2004, S.111-114

[…] Das großartige an Kultur ist, das sie durch Begegnungen und Reisen entsteht.

pdf - „Kultur der Demokratie“ – Zitatensammlung aus dem Artikel

blueroom

Mai 14, 2009 von diekulturgestalten

…nachklang des tauchgangs im blauen raum in bielefeld…

Gestalt

Mai 13, 2009 von diekulturgestalten

Kuhn, Tobias: „Gestalt“.

In: Erlhoff, Michael; Marshall Tim (Hg.): Wörterbuch Design. Basel 2008.

Der Begriff „Gestalt“ kann auf unterschiedliche Weise erläutert werden. Es gibt die physische und die metaphysische oder theoretische Betrachtungsweise.

Die Synonyme „Form“, „Umriss“, „Figur“, „Wuchs“ und „Erscheinung“ stehen für die physische Verortung, die Gestalt als Teil der realen Umwelt sicht- und fühlbar werden zu lassen.

Hingegen zeigen Synonyme wie „Habitus“, „Charakter“ und „Person“, die theoretische und damit auch psychische und philosophische Bedeutung.

In der Philosophie selbst war und ist die Untersuchung der Beziehung zwischen Gestalt (griechisch: „morphe“ bedeutet „Form“), Wahrnehmung und Wirklichkeit zentrales Thema.

In der Psychologie wird Gestalt auch als „Summe des Ganzen“ gesehen, jedoch gibt es hier keine wissenschaftlich eindeutige Definition.

………MARTa Herford + Kunsthalle Bielefeld……… vom 7. – 9. April

April 28, 2009 von diekulturgestalten

Unser Projektstart führte uns direkt auf eine gemeinsamen Reise.

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Wir haben in den drei Tagen zweimal die Ausstellung „Nullpunkt. Niuewe German Gestaltung“ besucht.

Den ersten Tag haben wir uns frei und ungezielt durch die Räume treiben lassen und die Atmosphäre des Ortes und der Collage der Arbeiten zu erfassen.

Nach dem ersten Besuch waren wir geschlossen unschlüssig, ob unsere Erwartungen hier tatsächlich angesprochen und erfüllt werden kann, die Erkenntnis über einen Stand von zeitgenössisch konzeptionellem Design zu orten.

Bei unserem zweiten Besuch haben wir uns für eine Führung entschlossen und hatten durchaus das Gefühl, zu einem besseren Verständnis der gesamten Konstellation dieser Ausstellung in diesem Museum vorgedrungen zu sein. – Führungen lohnen sich! Danke!

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Im Anschluß hatten wir noch das Glück einen ehemaligen Lehrer von Miriam im Foyer zu treffen, der uns kurzerhand mit dem Museumsdirektor Jan Hoet bekannt gemacht hat. Danke dafür!

Auszug aus dem Gespräch:

Jan Hoet: „Heute geht es in der Gesellschaft über Produktion und nicht über Kreativität. Und deswegen ist die Ausstellung da. – Es ist ein Anlass um zu sagen: Bitteschön, last das Wort an den Designer.

Das Problem ist, dass die Industrie sich auf Marktuntersuchung gründet – was wollen die Leute? Wir machen was die Leute wollen. Anstatt die Rolle zu übernehmen – ein Publikum zu sensibilisieren – für etwas. –das tun die nicht. – das ist natürlich mehr Arbeit.

Sensibilisierung fragt mehr Arbeit als Marktuntersuchung. – Das ist das Problem.“

nun, die Arbeit wollen wir gerne in Kauf nehmen wenn sie solche Früchte tragen kann.

Jan Hoet: „Ja und Kunst und Leben steht sehr nah zueinander. Und die Alltäglichkeit – ein Tisch – ah Roland – ein Tisch ein Stuhl – das sind Dinge mit denen  wir – nicht vergessen – in der ganzen westlichen Welt, ist der Tisch das Instrument um in einen Dialog mit anderen Menschen zutreten – in der Bibel steht es schon – in Arabien ist es nicht so – da ist es ein Teppich – das sind z.B. schon kulturelle Unterschiede – der Tisch ist so wichtig – jeder Künstler der eine Zeichnung macht, braucht einen Tisch oder schreiben, essen, Dialog, Gespräch – können sie sich vorstellen, wir sprechen ohne diesen Tisch hier?“

Wir bedanken uns für das ausgiebiege Gespräch und  wollen entdeckte Fragen und  Meinungen gerne  weiterdiskutieren mit  weiteren Kulturgestalten…

pdf – MARTa+Bielefeld – Impressionen der Reise

Auf der Rückfahrt haben wir noch schnell einen Abstecher in die Kunsthalle Bielefeld gemacht.

Dem Design sollte doch noch etwas Kunst entgegen gesetzt werden.

„1968 Die Große Unschuld“ – Eine Collage internationaler künstlerischer Arbeiten, die intensiv mit alttraditionellen gesellschaftlichen Normen abrechnet.

Besonders in Bann gezogen hat uns die Raumlichtinstallation von Douglas Wheeler…

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… dieser unwirkliche Raum hat uns komplett in sich aufgesaugt und verzaubert. Diese „Skulptur“ hat uns wirklich ganz umschlossen und unsere Wahrnehmung von Raum und Licht intensiv herausgefordert.

Der Abstecher nach Bielefeld hat sich gelohnt – Danke!